Kandidat zur Kommunalwahl 2019 in Dessau-Roßlau

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Der Jugendhilfeausschuss will die Randzeitenbetreuung in den Kindertagesstätten zum dauerhaften Angebot machen und für 2019 auf finanziell solide Füße stellen. Dafür bereitet er eine entsprechende Beschlussvorlage für den Stadtrat vor. Die bisherigen Angebote in der Kita „Bremer Stadtmusikanten“ seien nur bis zum Jahresende über das Förderprogramm „Kita plus“ ausfinanziert. „Ab Januar bricht uns das komplett weg“, mahnte Bastian George deshalb dringenden Handlungsbedarf an.

Denn der Bedarf ist da, wissen die Ausschussmitglieder auch aus Gesprächen mit der Wirtschaft. Sie wissen aber auch, dass die Nutzungsintensität maßgeblich von der Kontinuität und der Bekanntheit der erweiterten Betreuungszeit abhängig ist. „Das Angebot im Rahmen des Förderprogrammes Kita plus wird gut genutzt“, lautet das Fazit von Dekita-Chefin Doreen Rach. So gut, dass die Platzzahl von anfangs acht aufgrund der großen Nachfrage im Mai auf 15 erhöht worden sei. „Man kann also sagen, es gibt grundsätzlich einen Bedarf an Randzeitenbetreuung in der Stadt“.

Es müssten zusätzliche Erzieher eingestellt werden, dafür braucht es zusätzliche Mittel

Noch bis zum Jahresende können Kindergartenkinder in der Kita „Bremer Stadtmusikanten“ auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten, 5.30 bis 20.30 Uhr, betreut werden. Fünfzehn Plätze standen für diese Randzeitenbetreuung zur Verfügung, die im Rahmen des Förderprogrammes „Kita-plus“ finanziert wurde. 225.000 Euro stellte das Land dem Eigenbetrieb Dekita dafür bereit. Verwendet wurde das Geld unter anderem für zwei zusätzliche Vollzeitkräfte.

Der Praxistest, der dank des Förderprogramms möglich wurde, hat aber auch verdeutlicht, dass die aktuell angespannte Belegungssituation in den Kitas das Angebot von Randzeiten erschwert, da das Personal an der Kapazitätsgrenze arbeitet. Arbeitszeitverschiebungen seien nicht möglich, „die Mitarbeiter fehlten dann in der Hauptbetreuungszeit“, betont Rach. Das heißt, es müssten zusätzliche Erzieher eingestellt werden. Und dafür braucht es zusätzliche Mittel.

Bedarf für erweiterte Betreuungszeiten auch in der Horten von Dessau-Roßlau

Gänzlich außer Acht gelassen wurden im Förderprogramm „Kita plus“ die Horte. Aber auch hier sieht Rach durchaus Bedarf für erweiterte Betreuungszeiten. Die Personalsituation ist hier ähnlich prekär wie in den Kitas. „Aber es sollte auch für die Horte eine Lösung gefunden werden“, findet Rach.

In einer Modellrechnung für das Kita-Randzeitenmodell „werktags von 5.30 bis 20.30 Uhr“ kalkulierte die Dekita-Chefin jährliche Mehrkosten pro Einrichtung von 53.800 Euro. Sie schlägt vor, das Angebot auf drei Einrichtungen im Stadtgebiet Dessau-Roßlau zu begrenzen, zusätzlich zu der bereits seit Jahren praktizierten Frühöffnung ab 5.15 Uhr in der Kita Spielhaus. Was einen finanziellen Gesamtbedarf von 165.600 Euro bedeuten würde. Für die Anpassung der Ausstattung und die sanitären Bedingungen und den Einbau würden einmalig knapp 24.000 Euro benötigt, rechnet Rach vor.

Bekenntnis der Politik zum Angebot der Randzeitenbetreuung ist da

Sabine Falkensteiner vom Familienbündnis plädiert seit Jahren dafür, die Randzeitenbetreuung als permanentes verlässliches Angebot vorzuhalten. Mit dem Beschluss der Jugendhilfeplanung 2014/15 bekannte sich auch der Stadtrat dazu. Die Mehrkosten sollen demnach von der Stadt getragen werden, rief sie in Erinnerung. Die politischen Weichen seien also gestellt, braucht es jetzt die praktische Umsetzung des damaligen Bekenntnisses.

„Wir würden den Förderantrag bei der Stadt stellen, denn auch wir sehen ein großes Problem, wenn das Angebot wieder wegfällt“, gab Doreen Rach das entscheidende Signal. Verwaltung und Ausschuss sicherten Unterstützung bei der fachlichen Ausarbeitung zu. Zur nächsten Jugendhilfeausschusssitzung am 20. November soll die Beschlussvorlage vorliegen und dann in die weiteren Ausschüsse und den Stadtrat gehen. In der Hoffnung, dass es im neuen Jahr eine Weiterfinanzierung für die Randzeitenbetreuung gibt. (mz)

Kategorien: Allgemein

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