Hand in Hand in Dessau

Mitteldeutsche Zeitung/05.03.2014/Link zum Artikel

Protests gegen Rechts

VON ANNETTE GENS
Am 8. März heißt es erneut „Bunt statt Braun“. Die Dessau-Roßlauer sind aufgerufen, die Innenstadt vor dem braunen Ungeist zu schützen und dafür auf die Straße zu gehen. Die Mitteldeutschen Zeitung zeigt, wo man sich in diese Kette einreihen und ein Zeichen setzen kann.

Im vergangenen Jahr geschah das, woran Dessau nicht wirklich geglaubt hatte. Am 9. März gegen 14 Uhr fassten sich rund 2300 Menschen symbolisch an die Hände und bildeten eine Menschenkette um Dessaus Innenstadt. Damit wurde das Areal mit Rathaus, Zerbster Straße, mit Johannbau und Leopold-Denkmal, Friedensglocke und OdF-Denkmal vor ewig Gestrigen geschützt, die zum Trauermarsch aufgebrochen waren. Zum ersten Mal setzten Dessau-Roßlauer diesem Trauermarsch etwas Großes entgegen.

Mindestens 3000 Menschen werden am Sonnabend gebraucht, die ein Zeichen des Protests gegen Rechts setzen. Erneut will am 8. März die rechte Kameradschaft Dessau an die Bombardierung der Stadt am 7. März vor 69 Jahren mit einem Trauermarsch erinnern und damit Geschichte leugnen. Im März 1945 wurde zwar Dessau durch Bomben Alliierter in Schutt und Asche gelegt. Nicht vergessen werden darf aber, dass Dessau einen Anteil an diesem traurigen Kapitel hatte. Hier wurde Zyklon B produziert. Mit diesem Giftgas töteten die Nazis eine Million Menschen in Konzentrationslagern. In den Dessauer Junkerswerken lief die Rüstungsproduktion für den Zweiten Weltkrieg. „Bunt statt Braun“ heißt die Aktion Menschenkette, zu der das Netzwerk „Gelebte Demokratie“ nun erneut aufgerufen hat. „Wir sind optimistisch, dass viele Bürger der Stadt unserem Aufruf, daran teilzunehmen, folgen werden“, sagte Dietrich Bungeroth vom Dessauer Netzwerk „Gelebte Demokratie“. Die Mitteldeutschen Zeitung zeigt, wo man sich in diese Kette einreihen und ein Zeichen setzen kann.

Eine Menschenkette für Dessau-Roßlau.  (BILD: MZ)

Treffpunkt A: Katholische Kirche St. Peter & Paul; Abschnitt: Katholische Kirche (Zerbster Straße 48 bis Johanniskirche ) 200 Meter Streckenlänge. Streckenpaten sind: Petrusgemeinde, CDU-Stadtverband, Katholische Gemeinde & Krankenhaus, Umweltbundesamt. Sie gestalten dort u.a. einen Kuchenbasar.

Treffpunkt B: Johanniskirche

Kavalierstr./Ecke Poststraße bis Hauptpost – Kavalierstraße/Ecke Friedrichstraße – 200 Meter . Streckenpaten sind: Johannisgemeinde, SPD-Stadtverband, Allgemeiner Deutscher Fahrradclub. An der Johanniskirche bläst der Posaunenchor den Rechten einen Marsch.

Treffpunkt C: Hauptpost

Hauptpost (Kavalierstraße/Ecke Friedrichstraße) bis OdF-Denkmal im Stadtpark (Kavalierstraße gegenüber Westeingang Rathauscenter) – 100 Meter. Paten sind Auferstehungsgemeinde, Christusgemeinde, Piraten. Im Streckenabschnitt gibt es Musik vom Anhaltischen Theater.

Treffpunkt D: OdF-Denkmal im Stadtpark (Kavalierstraße, gegenüber Westeingang Rathauscenter) . Patenschaft: Stadtverband Die Linke. Im Streckenabschnitt heißt es „Bunter Kuchen statt brauner Pampe“ – Mitglieder des Stadtfrauenrates laden an eine Kaffeetafel ein.

Treffpunkt E: Stolpersteine (Kavalierstraße 66) bis Museumskreuzung (Kavalierstr./Ecke Askanische Str.) – 200 Meter – Patenschaft: Gymnasium Philanthropinum. Hier ist eine Lesung zum Gedenken geplant.

Treffpunkt F: Museumskreuzung ; Museumskreuzung (Kavalierstraße/Ecke Askanische Straße) – 120 Meter. Patenschaft: Anhaltisches Theater, Deutscher Gewerkschaftsbund. Ab 14.30 Uhr gibt es dort ein buntes Bühnenprogramm.

Treffpunkt G: Museumskreuzung/Ecke Spardabank. Paten sind Bündnis 90/Die Grünen und die Arbeiterwohlfahrt. Ab 14.30 Uhr gibt es dort ein buntes Bühnenprogramm.

Treffpunkt H: Franzstraße/ Ecke Kantorstraße, Streckenverantwortliche ist das Festkomitee Dessauer Karneval. In diesem Abschnitt baut der Indoor-Spielplatz Igel Mizzi eine Go-Kartbahn auf. Kinder sind zum Spielen eingeladen.

Treffpunkt I: Dessau-Center/ Askanische Straße. Paten sind die Kirchengemeinden Süd, das Gropius-Gymnasium sowie der Stadtverband Pro Dessau-Roßlau. Überraschungsprogramm.

Treffpunkt J: Georgenkirche

Die Strecke wird von Gemeindemitglieder der St. Georgengemeinde und der Diakonie abgesichert.

Treffpunkt K: Gedenkstele (Askanische Straße/Ecke Kantorstraße) – 40 Meter – Paten sind die Jüdische Gemeinde und der christlich-jüdische Gesprächskreis. In diesem Abschnitt gibt es Live-Musik mit Anna Haetjens im Rahmen des Kurt-Weill-Festes.

Treffpunkt L: Steinstraße/Hobuscheck (Abzweig Steinstraße) bis Leopold-Denkmal – 150 Meter – Patenschaft: Migrantenrat Dessau-Roßlau, Multikulturelles Zentrum. Hier wird gegrillt und außerdem gibt es Live-Musik.

Treffpunkt M: Leopold-Denkmal (Steinstraße/ Ecke Marktstraße) bis Marienkirche (Schlossplatz). Der Dessauer Matthias Kempfe unterhält mit Musik aus dem Kleinbus. Streckenpate ist die Stadtverwaltung.

Treffpunkt N: Marienkirche

(Schlossplatz) bis Friedensglocke (Platz der Deutschen Einheit) – 130 Meter – Patenschaft: Stiftung Bauhaus, Fachhochschule Anhalt. Das Spielmobil des Urbanistischen Bildungswerkes ist vor Ort.

Friedensglocke

(Platz der Deutschen Einheit) bis Marktbrunnen. Streckenpate sind die evangelische Jugend und die Freie evangelische Gemeinde. Dessauer Trommler der Gruppe „Drumstein“ zeigen ihr Können.

Treffpunkt P: Marktbrunnen (Marktplatz/Zerbster Straße) bis Rabestraße – 300 Meter – Patenschaft: Bürgerinitiative Pro Elbe und der Stadtsportbund. Hier findet Becherstapelworkshop statt. Gestaltet wird er vom Kinder- und Jugendzirkus „Raxli-Faxli“.

Treffpunkt Q: Rabestraße/Ecke Zerbster Straße bis Katholische Kirche Peter & Paul (Zerbster Straße 48) – 200 Meter – Patenschaft: Liboriusgymnasium Dessau. Die Schulband des Dessauer Liborius-Gymnasiums zeigt, was sie kann.

Teile diesen Inhalt:

Artikel kommentieren

* Pflichtfeld