Neujahrsempfang – meine Ansprache

„Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen.“ 

 

Das hat schon der Staatsmann und Philosoph Cicero im alten Rom erkannt. Es gibt viele Situationen, in denen Ehrenamtliche sich Lob, Dank und Anerkennung verdient haben. Es gibt auch gute Gelegenheiten dafür, einmal DANKE zu sagen, wie zum Bespiel bei einem Neujahrsempfang.

Der Oberbürgermeister hat in seinem Jahresbericht vorletzten Sonntag im Anhaltischen Theater das Ehrenamt hervorgehoben. Das ist immer wieder wichtig und nötig und daran möchte ich gern anknüpfen.

Als Vorsitzender eines Grünen Kreisverbandes, dessen Mitglieder so vielseitig ehrenamtlich engagiert sind, (das ich manchmal auch an die Grüne Zeit erinnern muss), erlaube ich mir das im Namen des Kreisverbandes zu tun.

Ich kann auch aus eigenen Erfahungen sprechen: Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass die aufgewendete Zeit und Energie zu etwas Gutem beiträgt. Konkrete Erwartungen hat man oftmals nicht, doch hofft man innerlich, dass man mit guten Taten etwas Gutes für die Allgemeinheit geleistet hat.

Im Mittelpunkt stehen nicht die eigenen Bedürfnisse, sondern die Bedürfnisse anderer Menschen. Es ist nicht wichtig, wie oder warum etwas gemacht wird, Hauptsache ist, dass man etwas zurückgibt.

Ein Ehrenamt erfordert Zeit und Kraft, Ausdauer und Verlässlichkeit und manchmal kostet es auch Nerven. Ehrenamt bedeutet nicht immer nur Arbeitsaufwand. Ehrenamt bildet weiter, Ehrenamt vernetzt und ermöglicht es, aus seiner eigenen ‚Höhle‘ herauszukommen.

Ehrenamt bereichert unsere Stadtkultur! Viele Bereiche des öffentlichen und kulturellen Lebens würden ohne den Einsatz von Ehrenamtlichen gar nicht mehr funktionieren:

Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe keine Stadtfeste mehr, kein Karnevall und kein Elbe-Bade-Fest. Das Schwabehaus und das Vor-Ort-Haus wären Ruinen und Sportvereine würden nicht existieren. Initiativen, Interessengruppen, Hobby- und Gartenvereine gäbe es nicht. Ganz zu schweigen vom Rettungs- und Sanitätswesen!

Aber auch die Rettung und der Erhalt besonderer und historischer Orte, als jüngstes Beispiel ist hier der rehsumpf e.V. zu nennen. Sind das nicht all die Dinge, die unsere Stadt so lebenswert und liebeenswert machen? Dieses freiwillige Engagement verdient unseren Respekt und unsere höchste Anerkennung.

Ehrenamtliches Engagement hält aber auch die Gesellschaft zusammen. So hat unser Landesverband im letzten Herbst die Inititative BUNTES ROSSLAU mit dem Tschiche-Demokratiepreis geehrt. Und darauf bin ich sehr stolz, mit euch zusammenarbeiten zu dürfen und euch in unserem Netzwerk zu wissen. 

Durch Menschen wie Euch wird unsere Gesellschaft lebendiger und wärmer. Das ist gerade in diesen Zeiten, in denen wir nahezu atemlos von Krise zu Krise hechten, umso wichtiger.

Für diesen nicht immer einfachen und natürlich auch sehr zeitintensiven und persönlichen Einsatz (Verweis auf Menschenkette) habe ich den allergrößten Respekt. Stellvertretend für all die Menschen die mit euch (mit uns) für eine gelebte Demokratie kämpfen:
Mandy und Marcus, vielen Dank für Euren Einsatz!

 

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Gäste,

oft wird das Ehrenamt gelobt, ohne dabei auf das politische Ehrenamt abzuzielen. Das wird häufig vernachlässigt und steifmütterlich behandelt, findet kaum Erwähnung, nach dem Motto: Die bekommen doch Geld dafür. Die müssen es doch nicht machen. Die haben es sich doch so ausgesucht.

Ja ganz richtig. (Diese Menschen haben es sich ausgesucht) Sie haben sich dafür entschieden Verantwortung zu übernehmen und gehen dabei Verpflichtungen ein. Dass alle Menschen in LSA von ihrer Kommunal-Verfassung (§30) zur „Übernahme von Ehrenämtern verpflichtet“ sind, ist heute meist ein unbekannter Passus.

Freilich, Engagement kann weder verordnet noch von allen erwartet werden. Daher ist eben so ein unverzichtbarer und unschärtzbarer Beitrag für unserer Stadt, für unsere Demokratie. (Stadtrat, Fachausschuss, Stadtteilbeirat oder Vorstandsarbeit in einer Partei – Wahlkampf).

Dafür möchte ich an dieser Stelle, und ich bin mir sicher, das auch in Ihrem Namen zu tun, über die Parteigrenze hinaus ein ganz großes Lob aussprechen – und dies mit einem Applaus verbinden.

Bei der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für ein wirkungsvolles Ehrenamt spielt die Kommunalpolitik eine wichtige Rolle. Hemmnisse wie ausufernde Bürokratie und hohe Regulierunsdichte müssen weiter gemildert werden.

Die Verwaltung (also Hauptamt) muss Aktive in allen Belange unter die Arme greifen und das Ehrenamt als Synergie begreifen und es umpfänglich in ihrer Arbeit unterstützen – das funktioniert leider oftmals nicht so, wie wir uns das vorstellen.

Ich habe das Gefühl das eine Anerkennungskultur entsteht. Das ist gut so. Wie wäre es nun mit der Einführung eines Ehrenamtspasses, eine ideelle und materielle Würdigung von ehrenamtlicher Arbeit. Pünktlich zur Eröffnung der neuen Schwimmhalle wäre der Besuch mit einer Ermäßigung verbunden. Das wäre dann Teil eines Würdigungskonzeptes der Stadt für Aktive.

Und es gibt auch Grenzen des Erhrenamtes, nämlich immer dann, wenn Ehrenamt das Hauptamt ersetzen soll. So durfte ich für meine Fraktion im letzten JHA einen Antrag für die Schaffung eines hauptamtlichen Kinder- und Jugendbeauftragten einbringen. Ich habe mich sehr gefreut, dass der Fachausschuss unserer Intension folgte und fast einstimmung diesem Beschluß zustimmte.

Leider scheiterte es letzlich an einer Mehrheit im Stadtrat. So ist es nur ein ehrenamtlich bestellter Jugendbeauftragter geworden. Na immer hin, besser als nichts – könnte man denken. Schaut man sich aber das Aufgabentablout an, begreift man, dass all das ehrenamtlich nicht zu bewältigen ist.

Allenfalls ist es vielleicht gut gemeint, aber schlecht gemacht. Dies Stelle erfüllt nicht mehr als eine Alibifunktion. Und das dann wiederum sehr teuer.

Wenn wir es wirklich ernst meinen mit Beteiligung, Partizipation und wenn wir wirklich wollen, dass junge Menschen sich mit Dessau-Roßlau identifizieren und eine gesellschaftliche Bindung aufbauen, (Demografischen Wandel entgegewirken) – brauchen wir eine starke Lobby für junge Menschen.

Mal ehrlich, wenn nicht wir, als einer der ältesten Stadt Europas, wer dann? Seien sie gewiss, wir bleiben dran – wir werden weiter Überzeugungsarbeit leisten und Partizipation auf allen Ebenen einfordern.

So habe ich einen Antrag gestellt, den Stadtschülerrat als stimmberechtigtes Mitglied in den JHA einzuberufen.

Ich halte das für die Gelegenheit, nicht nur über die Belange von Schülerinnen und Schülern zu reden, sondern auch mit ihnen. Dafür möchte ich an dieser Stelle und schon jetzt für Zustimmung werben.

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